22.09.2018 Samstag Bereits jetzt 148 Badetote mehr als letztes Jahr

Was Tettnang, aus den deutlich erhöhten Ertrinkungstoden in Deutschland lernen kann.

 

In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern mindestens 445 Menschen ertrunken, 148 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren. Lediglich im Sommermonat Juni lag die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken verglichen mit 2017 niedriger. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag (13.9.) bekannt. „Angesichts der Zunahme in den ersten Monaten des Jahres rechnen wir bis Ende 2018 mit deutlich mehr Opfern als im vergangenen Jahr“, so DLRG-Präsident Achim Haag.

„Die Ursachen vieler Ertrinkungsfälle sind Leichtsinn, das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft sowie insbesondere das Baden an unbewachten Badestellen“, so der Chef der Lebensretter weiter.
Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse. In den überwiegend unbewachten Binnengewässern ertranken 370 Menschen, das sind mehr als 82 Prozent. Vier von fünf Todesfällen ereigneten sich in diesen Gewässern. 210 Menschen starben in Seen und Teichen, 141 in Flüssen, 19 in einem Kanal.

Demgegenüber sind die Küsten von Nord- und Ostsee relativ sicher, weil die Badestellen zwischen Borkum und Usedom von Mitte Mai bis Mitte September von gut ausgebildeten Rettungsschwimmern der DLRG bewacht werden, die bei Bade- und Wassersportunfällen schnelle Hilfe leisten und durch ihren Einsatz Schlimmeres verhindern. Im Meer (an unseren Küsten und auf den Inseln) ertranken bis Ende August 23 Menschen (zwei weniger als 2017).

In der Altersstatistik ist leider weiterhin ein Anstieg bei den Vor- und Grundschulkindern zu verzeichnen. In der Altersklasse 0 - 10 Jahre starben 26 Kinder (+13). Unter den 11- bis 15-Jährigen gab es 13 Todesfälle – neun mehr als 2017. „Diese Zahlen sind das Ergebnis der Bäderschließungen und der damit verbundenen Ausfälle von Schwimmunterricht an den Schulen“, so Achim Haag, Pressesprecher des DLRG Bundesverbandes.

Was wir aus den Trends im Land lernen können? „Wir müssen das Schwimmkursangebot erhöhen und bestehende Hallen- und Freibäder sichern.“, sagt Marie Schramm, Vorsitzende der DLRG Ortsgruppe Tettnang. Denn, gerade im Winter ist das Angebot für Vereine mit Schwimmtraining äußerst rar. Oft müssen weite Fahrwege in Kauf genommen werden. Hinzu kommt das auch in Tettnang, das Angebot an Schwimmkursen sehr klein ist. Die DLRG bietet seit vielen Jahren den einzigen Schwimmkurs in Tettnang an. „Unser Wunsch ist natürlich noch mehr Kindern das Schwimmen beizubringen, allerdings ist es schwierig ehrenamtliche zu begeistern, welche an ein bis zwei Terminen pro Woche unterstützen.“, so Schramm. „Wer Interesse hat kann sich jederzeit bei uns melden. Neue Gesichter sind herzlich willkommen.“

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Von: Johannes Schweer

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